Das Bündnis

Zum »Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft« haben sich zahlreiche Bio-Hersteller*innen, Naturkost-Fachhändler*innen und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammengeschlossen. Gemeinsam engagieren wir uns für eine fundamentale Wende der Landbewirtschaftung und der Nahrungserzeugung.

Die Ziele:

  1. Unterstützung von Forschungsvorhaben über die flächendeckende Verbreitung von Ackergiften, die Menschen, Tiere und Pflanzen belasten;
  2. Erarbeitung einer Roadmap zur Verwirklichung einer enkeltauglichen Landwirtschaft unter Würdigung aller an der Lebensmittelversorgung beteiligten Industrien;
  3. Schaffung von Dialog-Plattformen, um die landwirtschaftlich relevanten Akteure zum Mit- und Umdenken auf Basis der Roadmap einzuladen;
  4. Schutz der Lebensgrundlage kommender Generationen und – wo sie bereits beschädigt ist – Wiederaufbau dieser;
  5. Information der KonsumentInnen über ihre Möglichkeiten, zur politischen Durchsetzung einer enkeltauglichen Landwirtschaft wirksam beizutragen.

Unser Leitbild

Zum Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft haben sich Unternehmen zusammengeschlossen, die den Erhalt vitaler und in jeder Hinsicht nähren­der Lebens­mittel in ihrer DNA tragen: Unternehmen, die – zum Teil seit den Anfängen der Umwelt­bewegung – ­Produkte herstellen und anbieten, die »100 % Bio« sind.

Doch hundert Prozent »Bio« ist in Gefahr: Zahlreiche Ackergifte aus der ­sogenannten ­konventionellen Landwirtschaft verbreiten sich ­flächendeckend! Ein rückstandsfreier Bio-Anbau wird immer schwieriger. Bio-Bäuerinnen und -Bauern haften für Kontami­na­tionen, die andere zu verantworten haben.

Die Bodenfruchtbarkeit geht durch den Einsatz von Ackerchemie verloren. Die Artenvielfalt schwindet. Trinkwasser muss von Schadstoffen aus der Landwirtschaft ­gereinigt werden. Selbst die Luft zum Atmen ist mit Wirkstoffen aus Ackergiften belastet.

Wir brauchen eine grundlegende ­Veränderung, um den Erhalt der Bodengesundheit, einer intakten Tier- und Pflanzenwelt, sauberer Atemluft und die Versorgung der Menschen mit giftfreier Nahrung zu sichern.

Das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft setzt sich für eine solche Landwende ein. Die Akteurinnen und Akteure wollen die Lebensgrund­lagen der kommenden Generationen schützen, erhalten und – wo sie bereits beschädigt sind – wieder aufbauen.

Dazu initiiert das Bündnis Forschung, informiert ­Politik und Zivilgesellschaft und sucht den Dialog mit den Menschen, die in allen an der Landwirtschaft beteilig­ten Wirtschaftszweigen ­Verantwortung tragen.

Warum gibt es das Bündnis?

Dank Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist Glyphosat in aller Munde. Wie die Studie »Urinale 2015« gezeigt hat, ist das Ackergift aber auch in praktisch jeder Urinprobe nachweisbar! Und Glyphosat ist da nicht allein: In unserer Baumrinden-Studie 2019 haben wir festgestellt, dass über hundert Ackergifte an Standorten weit vom Einsatzort entfernt zu finden sind. Das heißt, die auch in Städten (z.B. im Englischen Garten in München) nachweisbaren Gifte werden von uns andauernd eingeatmet.

Quelle: Urinale 2016Quelle: Baumrinden-Studie 2019

Wenn sich Ackergifte flächendeckend ausbreiten, ist die vielbeschworene Koexistenz zwischen ökologisch sinnvoller (Bioanbau) und industrieller (konventioneller) Landwirtschaft nicht länger möglich. Die nachgewiesene Verfrachtung von Ackergiften – u.a.  Glyphosat, Pendimethalin und Prosulfocarb – bedroht nicht nur die Versorgung mit sauberen Nahrungsmitteln, sondern auch die wirtschaftliche Existenz der Bio-Bauern und -Bäuerinnen, sowie den Bio-Unternehmen generell.

Wir wollen, dass auch künftige Generationen ökologischen Landbau betreiben und unbelastete Nahrung zu sich nehmen können. Wenn die Ausbreitung der Ackergifte nicht gestoppt wird, droht die Gefahr, dass ökologische Landwirtschaft und Bio-Lebensmittelwirtschaft im zukünftigen Deutschland nicht mehr möglich sind.

Oberstes Anliegen der biologischen Anbaumethoden war und ist die Erhaltung, besser noch der Aufbau eines fruchtbaren Bodens. Er ist die Grundlage für alles Leben. Unseren Enkelinnen und Enkeln eine lebenswerte Welt zu übergeben, heißt, ihnen gesunde Böden zu übergeben! Die Anwendung von Ackergiften bedroht das Bodenleben inzwischen in katastrophalem Ausmaß. In der Folge sterben Insekten, Amphibien und Feldvögel. Wir brauchen eine echte Landwende! Und das heißt nicht weniger als einen tiefgreifenden Umbau des gesamten Systems des Lebensmittelerzeugung: der Landwirtschaft samt der ihr vor- und nachgelagerten Industrien.